Ja wo kaufen Sie denn? Der freie Warenverkehr in Zeiten des Internethandels.

Neulich bei Qobuz wurde – nicht zum ersten Mal – der Kauf bestimmter Alben unterbunden. Herzlich willkommen im europäischen Binnenmakt mit seinen vier Grundfreiheiten. Eine von ihnen: der freie Warenverkehr. Dazu heißt es prägnant: der Handel zwischen den Mitgliedstaaten ist grundsätzlich keinen Beschränkungen unterworfen. Aha und aufgemerkt.

Dieses Mal handelte es sich um Franz Schubert: Quatuors à cordes „Rosamonde“ & „La jeune fille et la mort“ vom Berliner Artemis Quartett sowie The Piazzolla Project vom Artemis Quartett, unterstützt durch den Chilenischen Pianisten Jacques Ammon. Sehr empfehlenswerte Aufnahmen alle beide. Allerdings wären diese in „meinem Land“ nicht verfügbar, so beschied mir Qobuz kurz vor Kaufabschluss – ganz offensichtlich nicht Urheber dieser Misere. Sehr schade das!

Doch damit nicht genug: Einige der ausgewählten Alben der britischen Fabric-Reihe entzogen sich ebenfalls dem Zugriff des geneigten Käufers, waren jedoch über boomkat (dort gibt es übrigens auch entsprechende Hardware in Form von CDs und Vinyl) in UK für einen vergleichbaren Betrag als flac-Dateien (16/44.1 kHz) samt Coverbild zu erwerben. Die Logik dahinter bleibt mir verborgen. Die Schaufeln scheinen der Musikindustrie jedenfalls nicht auszugehen, mit denen sie sich behände ihr Grab schaufelt.

Besagte Alben des Artemis-Quartetts sind zwischenzeitlich gar nicht mehr über Qobuz herunter ladbar. Aber trösten wir uns: früher haben wir unsere Lieblingsscheiben ja auch nicht einfach beim erstbesten Händler im Ort bekommen…

Viel Spaß beim Stöbern, Finden und Hören!

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