Mutec MC-3+ Smart Clock USB – Bits neu aufgereiht (Teil 1)

Haben Sie sich schon einmal mit Marktforschung beschäftigt? Bestimmte Gerätegattungen würde es heute gar nicht geben, hätte sich der Hersteller allein auf Marktforscher verlassen. iPad, iPhone und Co. wären dem Verbraucher-Credo „kennen wir nicht, brauchen wir nicht – kein Bedarf“ zum Opfer gefallen. Würde Sie jemand fragen, ob Sie einen Audio-Re-Clocker in Ihrer Digitalkette benötigen, wären Sie womöglich geneigt zu sagen, dass es bisher auch ganz gut ohne ging. Und was soll das überhaupt sein?

Der MC-3+ Smart Clock USB von der in Berlin ansässigen Firma Mutec ist nach eigener Beschreibung ein „außergewöhnlicher Audio-Re-Clocker, audiophiles USB-Interface & Lowest-Jitter Master Clock“. Alles klar? Wenn nicht, geht es Ihnen so wie mir beim Erstkontakt mit dieser neuen Spezies.

MUTEC MC-3+ Smart Clock USB

Anders ausgedrückt: Das schwarze Kästchen mit exakt 38 LEDs auf der nur 19,6 cm breiten Front soll die Audioqualität von USB-Audio- und DSD/DoP-Streams sowie angeschlossener Geräte regenerieren und verbessern. Als High-Ender sind wir eher frugale Ausstattungsmenüs gewohnt, die sich auf das Allernötigste beschränken. Diese Selbstbeschränkung wurde zum Prinzip und manchmal leider auch zum Selbstzweck erhoben. So beeindruckt und verwirrt die Frontplatte und die dargebotene Funktionsvielfalt zunächst. Allerdings folgt die Anordnung der vielen LEDs und Einstellmöglichkeiten dem Signalverlauf. Viel Einstellerei ist in der Praxis ohnehin kaum vonnöten und die „Lichtorgel“ auf der Front lässt sich im Dauerbetrieb auch stilllegen.

Das Unternehmen, das mit seinem Portfolio primär Studios in aller Welt beliefert, folgt einem ganz und gar unesoterischen Ansatz: die MC-3+ Smart Clock USB ist ein hochpräziser Taktgeber, der die einzelnen Bits der digitalen Quellen zeitlich neu aufreiht und über fast beliebige digitale Schnittstellen weiterreicht.

Mit USB-, AES/EBU-, AES/EBUid- und S/P-DIF-Schnittstellen ist nahezu alles Erdenkliche an Bord des kleinen Geräts. Der Zusatz USB im Namen verrät, dass anders als beim Vorgänger-Taktgenerator nun auch besonders störanfällige USB-Audio-Streams einer Neutaktung unterzogen werden können. Die über USB zugelieferten Signale werden vom MC-3 isoliert, um so den Unbill der verbundenen Computerelektronik vom Rest der Kette fernzuhalten. Galten Computer und hochwertige Musikwiedergabe bis vor wenigen Jahren als unvereinbar, wachsen diese beiden Bereiche bekanntermaßen immer mehr zusammen. Wie viel Aufmerksamkeit dem Thema Taktung zuteil wird, zeigt die Möglichkeit des MC-3, auf externe Rubidium-, Caesium- und GPS-Taktreferenzen synchronisieren zu können. Sie haben keine Atomuhr im Keller? Macht nichts. Mit dem REF 10 bietet Mutec selbst einen ultrapräzisen 10 MHz Referenztaktgenerator, der auch für andere, kompatible Taktempfänger genutzt werden kann. Neben dem hauseigenen Audio-Re-Clocker profitieren davon z.B. auch D/A-Wandler und Musik-Server, die nun einem einzigen, präzisen Taktgeber gehorchen. Eine Systemlandschaft wie sie kein anderer mir bekannter Hersteller aus dem Hifi-Lager bietet.

Über die Technik der MC-3-Familie und deren Funktionsvielfalt ließen sich hier noch etliche Seiten füllen. Bei der Vorstellung hier soll das Re-Clocking digitaler Quellen mittels internem Taktgeber im Vordergrund stehen. Dies dürfte der favorisierte Anwendungsfall in den meisten heimischen Hifi-Ketten sein.

Trotz der gebotenen Funktionsvielfalt als Re-Clocker und digitaler Formatwandler ist die MC-3+ Smart Clock USB kein Up-Sampler und arbeitet mit der Begrenzung auf 192 kHz Samplingrate und 24 Bit Wortbreite. Wer also etwa über die Roon-Software in Verbindung mit dem HQ-Player die maximal verdauliche PCM-Samplingrate von 384 kHz am Chord Hugo TT D/A-Wandler ausreizen möchte, sollte sich dieser Limitation bewusst sein.

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